
Die Vienna Dimension Brass II ist die konsequente Fortsetzung des „Dimension“-Konzepts der Vienna Symphonic Library und widmet sich den eher spezialisierten, teils dunkleren und mächtigeren Klangfarben des Blechs. Während Teil I die klassischen Säulen (Trompeten, Hörner, Posaunen) abdeckte, bietet Teil II eine Erweiterung, die für orchestrale Tiefe und spezifische Charakterfarben sorgt.
Auch hier bleibt das bahnbrechende Prinzip bestehen: Vier Musiker pro Gruppe wurden gleichzeitig im Verbund, aber mit individuellen Mikrofonen aufgenommen, was absolute Kontrolle über jede einzelne Stimme ermöglicht.
1. Die Besetzung: Spezialisten für Tiefe und Glanz
Dimension Brass II umfasst vier Ensembles, die dem Blechsatz eine neue Dimension verleihen:
- 4 Wagner-Tuben: Diese selten gesampelten Instrumente schließen die klangliche Lücke zwischen Horn und Posaune. Sie klingen weich, etwas unheimlich und majestätisch – unverzichtbar für Bruckner, Wagner oder moderne Fantasy-Scores.
- 4 Bassposaunen (Bass Trombones): Für das ultimative Fundament. Sie bieten mehr „Biss“ und ein raueres Schmettern in der Tiefe als Tenorposaunen.
- 5 Trompeten (Bb): Ein vergrößertes Ensemble für strahlende, heroische Sätze, die noch mehr Kraft benötigen als das Standard-Quartett.
- 1 Kontrabasstuba (Solo): Oft als massives Fundament für den gesamten Blechsatz genutzt (obwohl das Fokus-Konzept hier auf der Integration in den Dimension-Workflow liegt).
2. Das "Dimension"-Prinzip: Individuelle Perfektion
Der technologische Vorteil gegenüber herkömmlichen Ensembles ist enorm:
- Echte Divisi: Dank der Auto-Divisi-Logik im Player (Synchron oder VI Pro) wird bei einem Akkord jeder Note automatisch ein realer Spieler zugewiesen. Ein Vierklang klingt also nach vier Individuen, nicht nach vier Sektionen.
- Individuelle Artikulation: Da jeder Spieler separat vorliegt, können Nuancen wie Vibrato, Timing-Abweichungen oder die Intensität des Anstoßes für jeden der vier Musiker einzeln variiert werden (Humanizing).
- Kein Phasing: Da es sich um vier unterschiedliche Aufnahmen handelt, bleibt der Klang auch bei dichten Sätzen transparent und natürlich.
3. Klangcharakter: Von samtig bis brachial
Da die Aufnahmen in der Silent Stage stattfanden, ist das Signal extrem definiert:
- Wagner-Tuben: Ihr Klang ist dunkler und „runder“ als der von Hörnern, mit einer fast sakralen Qualität.
- Bassposaunen: Im Fortissimo entwickeln sie eine brachiale Gewalt und ein metallisches Dröhnen, das in der modernen Filmmusik für Gänsehaut sorgt.
- Trompeten: Das 5er-Ensemble klingt massiv und breit, ideal für festliche oder kriegerische Themen.
4. Versionen: VI Series vs. Synchronized
- VI Series: Bietet die volle Kontrolle innerhalb der Vienna Instruments Pro-Umgebung. Ideal für User, die mit MIR Pro ihre eigene Raumakustik (z.B. den Großen Musikvereinssaal) präzise simulieren wollen.
- Synchronized Dimension Brass II: Die Samples wurden für den Synchron Player neu aufbereitet. Sie enthalten perfekt abgestimmte Hall-Impulse der Synchron Stage Vienna, wodurch die Instrumente sofort „fertig“ und räumlich tief klingen.
5. Technische Übersicht
| Merkmal | Details |
| Besetzung | 4 Wagner-Tuben, 4 Bassposaunen, 5 Trompeten, 1 Tuba |
| Technologie | Individual Mapping (jeder Spieler einzeln editierbar) |
| Workflow | Auto-Divisi & Humanizing Presets |
| Klangbild | Mächtig, charakterstark, hochgradig flexibel |
Fazit: Die Dimension Brass II ist die perfekte Ergänzung für Komponisten, die einen Blechsatz jenseits des Standards suchen. Besonders die Wagner-Tuben und die Bassposaunen verleihen Ihren Arrangements eine professionelle Schwere und klangliche Einzigartigkeit, die mit gewöhnlichen Ensembles schwer zu erreichen ist.
“The Wagner tuba produces a richly vibrant, warm, horn-like tone with an extended high register, covering a wide timbral spectrum from mellow to blaring. Having four of them playing in unison with a dedicated microphone on each player is a unique facility. […] Though the musical possibilities are endless, I particularly enjoyed being able to ‘zoom in’ on each player in the trumpets’ 160bpm note repetitions to find my favourite performances. “
Dave Stewart, Sound on Sound, August, 2016
http://www.soundonsound.com/reviews/vienna-symphonic-library
Firma: Vienna Symphonic Library


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