Studio-Effekte von Waves

Der Studio-Standard für das Mixing sämtlicher Tracks

Waves - Alphex Vintage Exciter

Aphex Vintage Exciter

Es gibt eine kleine Korrektur vorab: Das Plugin heißt eigentlich Waves Aphex Vintage Exciter. „Alphex“ ist vermutlich ein kleiner Tippfehler – gemeint ist die Emulation des legendären Aphex Aural Exciter, genauer gesagt des ursprünglichen Röhrenmodells aus den 1970ern.

Dieses Gerät war damals so exklusiv, dass man es nicht kaufen konnte; Tonstudios mussten es für $30$ Dollar pro Minute (!) Musiklaufzeit mieten.

1. Was macht ein "Exciter"?

Im Gegensatz zu einem EQ, der vorhandene Frequenzen nur anhebt, erzeugt der Aphex Exciter neue Obertöne (Harmonische). Er nutzt dazu ein Verfahren, das auf Phasenverschiebung und gezielter Verzerrung basiert. Das Ergebnis ist mehr Klarheit und Brillanz, ohne dass das Signal einfach nur „lauter“ oder „höhenlastig“ wirkt.

2. Die Funktionsweise (Das Geheimnis)

Das Plugin splittet das Signal intern auf:

  1. Das Hauptsignal bleibt unangetastet.
  2. Ein Teil des Signals geht durch einen Hochpassfilter in den Sidechain-Pfad.
  3. In diesem Pfad werden durch Röhrensättigung harmonische Obertöne generiert.
  4. Diese neu erzeugten Anteile werden dem Originalsignal beigemischt.

3. Die wichtigsten Regler

  • Mode:
    • Mix: Das bearbeitete Signal wird dem Original beigemischt (Standard).
    • AX: Ein spezieller Modus, bei dem das Plugin wie ein Insert-Effekt agiert (oft für den Einsatz auf Effekt-Wegen/Sends gedacht).
  • Meter: Hier kannst du zwischen Input, Output und AX (dem Anteil der hinzugefügten Obertöne) umschalten.
  • Input / Drive: Bestimmt, wie stark die interne "Röhre" angefahren wird und wie viele Harmonische entstehen.

4. Klangcharakteristik

Der Aphex Vintage Exciter ist berühmt für den sogenannten "Air"-Effekt:

  • Präsenz: Vocals rücken sofort nach vorne, wirken intimer und detaillierter.
  • Kein Matsch: Da er keine tiefen Frequenzen anhebt, bleibt der Mix untenrum sauber.
  • Lebendigkeit: Er kann alte, dumpfe Aufnahmen (oder schlecht mikrofonierte Spuren) regelrecht "retten" und ihnen ein modernes High-End verleihen.

Einsatzbereiche

  • Vocals: Um den berühmten "A-List"-Pop-Glanz zu erhalten.
  • Akustikgitarren: Lässt die Saiten silbrig und frisch klingen.
  • Drums: Besonders auf Overheads oder der Snare, um die Artikulation zu betonen.
  • Full Mix: Sehr vorsichtig dosiert auf dem Master-Bus, um dem gesamten Track mehr Definition zu geben.

Ein kleiner Warnhinweis: Wie bei allen Exciter-Plugins gewöhnt sich das Ohr sehr schnell an den Effekt. Man neigt dazu, immer mehr hinzuzufügen, bis der Mix fast schon "beißt". Es empfiehlt sich, den Regler so einzustellen, dass man den Effekt erst bemerkt, wenn man das Plugin auf Bypass schaltet.

Firma: Waves

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